Wiener Blues
 
 

Wiener Blues




Musik abseits des Mainstreams vom Wienerlied

    "Wiener Blue(s)" beschäftigt sich mit der Interpretation und Bearbeitung alter und neuer Lieder aus Wien - abseits der musikalischen, der musikindustriellen Gewohnheiten der Wiener Musik, aber ihrem spezifischen Stil treu geblieben. In "Wiener Blue(s)" haben sich Künstler gefunden, die mit ihrer Arbeit quer zum "Zeitgeist" liegen.

    Die Musiker von "Wiener Blue(s)" beziehen mit ihrer Interpretation des Wienerliedes musikbewußt die Position der Außenseiter. Gerade aus diesem Spiel gegen die vielfältigen Variationen des musikalischen Zeitgeists bezieht die Musik der "Wiener Blue(s)" ihre Überzeugungskraft und daher Notwendigkeit.

    Kunst generell - und dazu gehört zweifelsfrei auch eine mittlerweile schon "klassisch" zu nennende Musikform wie das Wienerlied - erkennt sich als Spiegelbild gesellschaftlicher Verhältnisse und grundlegender menschlicher Bedürfnisse, Wünsche und Probleme. Um in diesen Spiegel blicken zu können, muß eine Position abseits des Gewohnten, nicht Hinterfragten angesiedelt sein. Und dieser Standort des "Abseits vom gewohnten Wienerlied - dieser Seiltanz zwischen Tradition und Innovation" ist es, welches das künstlerische Anliegen der "Wiener Blue(s)" charakterisiert.

    "Wiener Blue(s)" orientiert sich an namhaften Komponisten des traditionellen neuen und alten Wienerliedes. Für "Wiener Blue(s)" steht die Musik für neue Werte.

    "Wiener Blue(s)" vertritt die ethnische und stilistische Offenheit des Wiener "Blues" gegenüber jenen Puristen, die Traditionalismus als oberste Maxime für künstlerisch sehen und die Einhaltung des Gewohnten unabhängig von Kreativität fordern. Im Gegensatz zu denjenigen die meinen, in einer Kunstform stets das "Authentische", das "Originale" und "Unverfälschte" suchen zu müssen und damit eine bestimmte historische Form perpetuieren und ihrer eigentlichen Dynamik berauben, betont "Wiener Blue(s)" die Unausweichlichkeit, ja die künstlerische Notwendigkeit des Wandels. Und das Wienerlied hat sich, wie jede Kunstform, laufend verändert.

    Manche mögen dies bedauern - die Nostalgiker, die Puristen, die Romantiker, die Traditionalisten, jedoch "Wiener Blue(s)" betont dagegen, wie das Wienerlied als zeitlose Kunstform verstanden werden muss: Als Musik nämlich, die von menschlichen festen Werten handelt - von erotischer Anziehung, von Rausch und Depression, von Abhängigkeit und Unterdrückung, von Hoffnung, Freude und Aufbruch, von Leid und Tod und vom Experiment Leben. Es sind einfach scheinende Erfahrungen, die das Wienerlied thematisiert. Dahinter erscheint jedoch immer die Grunderfahrung menschlichen Lebens, die Komplexität, die Zufälligkeit, die Uneindeutigkeit der Welt. Dieser Uneindeutigkeit, diesem vagen Schimmer der Realität, entspricht auch die Musik selbst: das Verschleifen der Töne, die Unabgeschlossenheit der einzelnen Stücke, die offen bleiben für permanente Re-Interpretation, der Live - Charakter des Wienerliedes, welches eigentlich erst in der Interaktion mit dem Publikum seine zeitlose Aktualität und sein Charisma entwickelt.

    "Wiener Blue(s)" ist es gelungen, etwas von diesem Charisma einzufangen, welches man oft im Wienerlied vergeblich sucht. Dies war auch die Absicht der Musiker. Kunst als eine fortschrittliche Arbeit zu definieren - nicht technische Perfektion, sondern Leben zu vermitteln.

    Besetzung:
     
  • Heinz Jiras - Gesang und Ziehharmonika
  • Klaus Kofler - Perkussion und Chorbassist
  • Fredi Tezzele - der bluesige Stromgitarrist
  • Fredl Petz - Bass und Chorsänger
  • Peter Steinbach - Kazoo und Gesang


 
 
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