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Die
Mordtat auf der Mölkerbastei
oder der schaurige Fund
im Abzugskanale,
welche wahre
Begebenheit sämtlichen liebenden
Jungfrauen jedweden
Geschlechtes zur
abschreckenden
Beherzigung dienen sollte.
Schon wieder ist
jüngst hier in Wien
Ein Meuchelmord
geschehen
Mich schaudert´s, wenn
ich denk´ daran
Ich muß es selbst
gestehen
Da ging ein Mann auf
die Bastei
Oh, glaubet meinen
Worten
Und tat, so wie es sich
erwies
Sein Liebchen dort
ermorden
Das Mädchen hat durch
diesen Mord
Den größten Schmerz
gelitten
Der Mörder hat nach
ihrem Tod
Den Kopf ihr
abgeschnitten
Dann hatte die Gedärme
er
Aus ihrem Leib gerissen
Warum er diese Tat
vollzog
Wird er am besten
wissen
Den Körper warf der
Bösewicht
Ins Wasser ganz im
Stillen
Und tat – was sich
leicht denken läßt –
Gar keine Reue fühlen
Dann wurden die Gedärme
gar
Wohl im Kanal gefunden
Man denke sich den
großen Schreck
Den man da hat
empfunden
Die Menschheit
strömt auf die Bastei
Um diesen Ort zu
sehen
Wo diese Tat von
einem Mann
Erst unlängst ist
geschehen
Unglaublich ist, daß
mancher Mensch
Sich kann so weit
verirren
Dazu gehört ein
Tigerherz
Um so was
auszuführen
Das kommt daher, weil
stets der Mensch
Im Leichtsinn dahin
schwebet
Auf Gott vergißt, als
Freigeist nur
Auf dieser Erde lebet
Darum soll stets ein
jeder Mensch
Gerecht und edel
handeln
So kann er dann auf
dieser Welt
Vergnügt durchs Leben
wandern
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Der Mädchenmörder Hugo Schenk
2. Teil
Melodie: Karl am Grabe
seiner Wilhelmine
Höret weiter nun was
ist geschehen
Denn der Mörder blieb
hie bei nicht stehen
(unverständlich) war
größer seine Schuld
Eine neue Lieb hat er
gefunden
Auch bei ihr Bedenken
überwunden
Und die arme schenkt
ihm ihre Hu-uld
Und die arme schenkt
ihm ihre Huld
Horch, ein Schuss, ein
neues Opfer blutet
In Lilienfeld – wer
hätte das vermutet
Resi Kettal traf des
Mörders Hand
Während sein Genosse
seitwärts lauert
Und das arme Opfer
angstvoll schauert
Liegt sie sterbend
schon am Waldesra-and
Liegt sie sterbend
schon am Waldesrand
Nicht gestillet ist der
Durst nach Blute
Auch nicht seine Gier
nach fremdem Gute
Neue Opfer suchet stets
sein Sinn
Rosa Ferenczy fällt in
seine Schlingen
Schnell weiß er sich
Liebe zu erzwingen
Führt sie fort nach
Preßburgs Auen hi-in
Führt sie fort nach
Preßburgs Auen hin
Während sie – in Liebe
still beglücket –
Ihn in Wonne an ihr
Herz gedrücket
War der Mordstahl schon
für sie bereit
Hugo kennet nimmermehr
Erbarmen
Ach, wie schrecklich
ging es da der Armen
Ihre Seele floh zur
Ewigkei-eit
Ihre Seele floh zur
Ewigkeit
Lange wähnt der Mörder
sich geborgen
Überließ sich niemals
Angst und Sorgen
Bis ihn endlich doch
ereilt die Rach´
Nun der freche Unhold
ist gefangen
Wird er nächstens
sicher wohl gehangen
Denn die Straf´ folgt
dem Verbrechen na-ach
Denn die Straf´ folgt
dem Verbrechen nach
Darum, Mädchen, nehmt
den Rat zu Herzen
Prüfet erst genau der
Männer Herzen
Wenn die Lieb´ auch
noch so lebhaft spricht
Lasset euch nicht allzu
schnell betören
Wenn auch einer sollte
Treue schwören
Glaubet ja den
Männerschwüren ni-icht
Glaubet ja den
Männerschwüren nicht
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Der
Raubmord auf der Wieden
oder
die verderblichen
Folgen des Soldatenstandes für einen bürgerlichen Uhrmachermeister
nebst dessen hülfloser Gattin und unmündigen Kindern; mit einem
lehrreichen Anhange aus dem kaiserlichen Lustschlosse zu Schönbrunn.
Ein Raubmord wurd´ vor
kurzer Zeit
Allhier in Wien
vollbracht
Der bei der Menschheit
allgemein
Ein großes Aufseh´n
macht
Daher will ich die
Schreckenstat
So gut ich kann erzöh´n
Damit man sieht, wie
mancher Mensch
Sich kann oft groß
verföh´n
Ein Uhrmacher saß im
Gewölb
Zur Mittagszeit
vergnügt
Und hatte seinen Sohn
nach Haus´
Ums Mittagsmahl
geschickt
Und wie der Sohn dann
zurück kam
Da traf er einen Mann
Der als Soldat
gekleidet war
Bei seinem Vater an
Mit einem Messer hatte
er
Dem Vater mit Bedacht
Von rückwärts her an
Kopf und Hals
Zwei Schnitte
angebracht
Der Vater stürzte dann
zusamm´
Was man leicht denken
kann
Der Mörder raubte
fünfzehn Uhr´n
Entfloh damit sodann
Der Vater lag
besinnungslos
Konnt´n nicht mehr
helfen sie
Und seine Kinder, wie
sein Weib
Die weinten bitterlich
Ach – unser Vater lebt
nicht mehr
Schrei´n seine Kinder
jetzt
Der Möder hat uns ålle
hier
Ins Elend ganz gesetzt
Der Vater kam in das
Spital
Jetzt isser leida r tot
Und seine Kinder wie
sein Weib
Sind jetzt in größter
Not
Im Haus wurd´ eine
Sammlung dann
Für ihn gemacht
geschwind
Wo 43 Guld´n rein
Schnell eingegangen
sind
Der Kaiser lässt jetzt
täglich sich
Abstatt´n den Bericht
Ob wirklich zum
Soldatenstand
Gehört der Bösewicht
Es wär´ ihm lieb, wenn
kein Soldat
Der Missetäter wär´
Die Ehre wär´ gerettet
dann
Von seinem Militär
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Der
Raubmord in Mariahilf
oder
Das Mörderpaar aus
Gumpendorf
Welche wahre
Begebenheit unserem Beispiele zweier verschiedener Vertreterinnen
des weiblichen Geschlechtes die mannigfachste Gelegenheit bietet,
die entfesselten Abgründe des Weibes in ihren verborgensten Winkeln
zu erkennen
Im Zimmer saß beim
Arbeitstisch Elisen emsig dort
Sie dachte wohl an
ihren Gott und an sein heilig Wort
Da tritt die Freundin
sachte ein, den Kopf sie grüßend neigt
Doch unheilvoll blickt
sie umher, verwirrt sich plötzlich zeigt
Doch ist´s zu spät, mit
raschem Tritt kommt jetzt ein Mann herein
Und flüchtig sagt die
Worte er: „Du wirst wohl fertig sein“
Die Einleitung – ihr
liebes Paar – ist fertig, geht zur Tat
Vielleicht, daß die
Gerechtigkeit euch bald erreichet hat
Das Weib, es wird zur
Furie, sie richtet sich empor
Und aus dem Busen zieht
sie rasch ein Messer scharf hervor
Wo sonst Gefühle heilig
nur verhüllt des Weibes Brust
Verbarg dies Weib das
blut´ge Ding des Mordes ihrer Lust
Und er, er faßt Elisen
an, zieht sie zur Erd´ hinab
Auf daß das Opfer
seiner Gier verfallen sei dem Grab
Die Mordgenossin gibt
gewandt viel´ blut´ge Schnitte noch
So daß Elisen sterbend
stöhnt: „Genug, verschont mich doch!“
Geschehen ist die
blut´ge Tat, die Habsucht ist gestillt
Doch Unrecht Gut tut
niemals gut, das Blut zum Himmel quillt
So ist´s, wenn man sich
ganz vergißt und aufhört, Mensch zu sein
Da treten dann – das
ist gewiß – die bösen Taten ein
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SITCOM
Es is ungefähr Åchzehn
Uhr
Die Mama passt brandig
am Gemeindebauflur
Da Papa kummt ham, sie
sågt - Horch ma zua
I muass da wås såg´n,
weu sonst håb i ka Ruah
Doch wie imma kummt die
Mama ins Stock´n
Weu sie håt va r gess´n,
wås sie woit såg´n
Gråd so vü: Unsa Bua is
deppat im Hirn
Und drum tuat er a seit
drei Stund´ Scheitlknian
Und wie imma nimmt da
Papa en Pracker
Frågt net warum und
schnappt si en Buam
Daunn zaht er eahm eine
ins Kabinett
Und daunn die üblich´n
Geräusche von aan Seg´l im Sturm
Der Bua tuat net waanan,
er is es scho g´wöhnt
Dass er meistns
bestråft wird und seltn belohnt
Fia Såchn die er goa
net aung´stöt håt
Ausser in da Phantasie
von wem, der z´vü intus håt
Jå, die Engerln, de
werdn imma jünger
Weils´ so vü Gewoitigs
erlebn
Und am Leb´n bleib´ns´
aa oft net imma
Jå, an der Wand pick´n
is jå aa schen
Die Engerln, die werdn
imma klaana
Und san wia r an
offenes Buach
Wo drinnensteht: Du
dearfst nie waanan
Sonst drah´n de
Gewoitig´n duach
Da Bua in da Schui in
da r letztn Reih´
Wås si då vorn åbspüt
is eahm einerlei
Er håt sei eigene
klaane Wöd
In dea r a mehr oisfe
da r Erwåchsene zöt
Er tramt, sei Vota waar
sei egana r Sohn
Und er hätt eahm no nie
richtig g´schlågn
Und er denkt si a Stråf´
aus, die fia eahm passt
Und es foit eahm wås ei
fia des elende G´frast
Er geht aus da r Schui
ausse, und er geht haam
Die Mama liegt fett im
Bett wia r a Staan
Er geht in de Kuchl und
hoit si a Messa
Und er geht ins
Kabinett, und er füht si scho bessa
Er schneid´t si en Hois
auf – ziemlich vü Bluat
Wia r a ´s ausm
Fernsehn kennan tuat
Und wia r a r so liegt,
denkt er ois letztas: Na kloar
Späda waaß a jeda, dass
mei Papa des woar
Jå, die Engerln, de
werdn imma jünger
Weils´ so vü Gewoitigs
erlebn
Und am Leb´n bleib´ns´
aa oft net imma
Jå, an der Wand pick´n
is jå aa schen
Die Engerln, die werdn
imma klaana
Und san wia r an
offenes Buach
Wo drinnensteht: Du
dearfst nie waanan
Sonst drah´n de
Gewoitig´n duach
Da Papa sågt: Herr Råt,
des wår so:
I wår gaunz wo aundas
und wår går net då
Normalerweis´ schnoiz i
eahm eh nua mitn Ream
Obwoi eahm ganz wås
aunderes hättn tät ghearn
I såg´s
ihna, unsa Bua wår niea guat
Weu er wår a Bua, der
niemois wås tuat
I håb eahm nia g´sehn,
wia r a √iecha quöt håt
Oda r sunst aan
Bledsinn z´sammdraht håt
I håb eahm jå miassn
provoziern
Weu a Leb´n ohne wås
des kaunn ma net führ´n
Es wird nur der a
richtiga Mann
Der ois erster
zuaschlågt, bevor da r aund´re kaunn
Åba daunn måcht da Papa
aan Hauf´n Schoiz
Weu er håt jå mehr ois
nua sei Biabale gschnoizt
Und die Mama sitzt
dahaam bei da r Flåsch´n und waant
Warum´s der Herrgott
immer so ungerecht maant
Die Engerln, die werdn
imma klaana
Und san wia r an
offenes Buach
Wo drinnensteht: Du
dearfst nie waanan
Sonst drah´n de
Gewoitig´n duach
De Gewoitig´n schaun
auffe in´ Himme
Und kennan die Engerln
net seh´n
Sie kennans´ net seh´n,
weu in so aan Aug´nblick
Werd´n gråd die
Gewoitig´n blind…
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Ich
hab das Christkindlein geseh´n
Ich hab das
Christkindlein gesehn
Hernalser Gürtel, kurz
nach Zehn.
Das blonde Haar erect
toupiert,
ist es dort auf und ab
spaziert.
So hub ich an: Hast du
nicht Zeit,
mir is so kalt ums
Herzerl heut,
und Weihnachten steht
vor der Tür,
I will nix Gröberes von
dir.
Sie sprach zurück: Für
dich die Lust
nur - ich hätt auch
gern mehr als Frust.
Wennst Sternderl sehn
willst und noch mehr,
dann kumm jetzt mit ins
Hochparterre.
Ich ging sofort mit ihr
nach Haus,
und dorten zog sie mich
an sich,
und was nicht wirklich
üblich ist -
sie hat mich auf den
Mund geküßt.
Ich war wie Messer -
spitz und scharf,
sie hatte Löffel - mein
Bedarf,
und bei der Gabel
angelangt,
war die Bestecklad´
voll eing´ramt.
Nach einer Weile frug
sie mich
was für ein Mensch bist
eigentlich?
Du kennst mi net, hast
mi berührt,
und i hab echt was
Echtes g´spürt.
So gab ich ihr zehn
Kilo grad,
weil auch ein Engerl
Spesen hat,
denn ohne Miete lebt
sich´s schwer
im
Untermietzins-Hochparterre.
Dann ging´s in Richtung
Weib und Kind,
weil die ja auch
bedürftig sind,
und find im Mantel dick
und schwer
ein hellblaufarbenes
Kuvert.
„Hier geb ich dir dein
Geld zurück,
die Stund´ war echt für
mich a Glück.
I pfeif auf die zehn
Kilo Maut,
aa waunn der Meinige mi
haut.
Kauf deine Kinder
irgendwas
I
bin’s scho gwohnt, dass i´s dablås
als ewig zweite
Garnitur
bin i a zärtliche
Natur…
… … …
Ich hab das
Christkindlein gesehn,
zum zweiten Mal auf
Seite zehn.
Kurier von Samstag -
klanes Foto,
und da lag es ziemlich
tot då…
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